Magazin · Fortgeschritten

Extrait de Parfum selber machen

Die höchste Konzentrationsklasse – dichter, langsamer, intensiver. So entsteht ein eigenes Extrait de Parfum von der Materialwahl bis zur Reifung.

Extrait de Parfum ist die Königsklasse der Konzentrationen: dichter, leiser auf der Haut, dafür stundenlang präsent. Das Selbermachen ist anspruchsvoller als ein EdT, lohnt sich aber – weil jedes Detail der Formel hier hörbar wird.

Was Extrait de Parfum von EdP und EdT unterscheidet

Duftölkonzentration im Vergleich

  • Eau de Toilette: 5–10 % Duftöl
  • Eau de Parfum: 10–18 %
  • Extrait de Parfum: 18–40 % – typisch 25–30 %

Haltbarkeit und Sillage

Ein Extrait trägt 8 Stunden und länger auf der Haut. Die Duftspur (Sillage) ist dabei nicht zwingend lauter – im Gegenteil, viele Extraits sind intim und tragen dicht am Körper. Was bleibt, ist die Tiefe: jede Note hat Raum, sich zu entfalten.

Was Du für Extrait de Parfum brauchst

Rohstoffe und Qualität

Bei hoher Konzentration sind Qualität und Reinheit der Rohstoffe entscheidend. Was im EdT verzeihlich ist, riecht im Extrait sofort hervor. Investiere in gute Absolues und reine ätherische Öle – lieber 6 hervorragende Rohstoffe als 12 mittelmäßige. Bezugsquellen findest Du im Shop-Vergleich.

Equipment

  • Feinwaage mit 0,01 g Genauigkeit (Pflicht).
  • Parfümeursalkohol (96 %, Kosmetik-tauglich).
  • Braunglas mit Tropfeinsatz oder Glaspipetten – Plastik verändert manche Riechstoffe.
  • Riechstreifen, Etiketten, Notizbuch.
  • Faltenfilter oder 0,45 µm Spritzenfilter für die Kühlfiltration.

Anleitung Schritt für Schritt

1. Noten festlegen

Im Extrait haben Basisnoten besonderes Gewicht. Iris, Sandelholz, Vetiver, Ambroxan, Benzoe, Labdanum – diese Stoffe tragen das Parfum. Plane 30–40 % Basis ein, 35–45 % Herz, 15–25 % Kopf (Kopfnoten verflüchtigen sich im Extrait schneller, weil sie an dichterer Materie hängen).

2. Mischen und dosieren

Reihenfolge: zuerst Fixateure und Basisnoten in einen Teil des Alkohols lösen, dann Herznoten, dann Kopfnoten zugeben. Erst zum Schluss die Restmenge Alkohol – und, falls gewünscht, 1–3 % destilliertes Wasser für mehr Weichheit.

3. Mazeration (mehrere Wochen)

Extraits brauchen länger als EdTs. 4–6 Wochen sind ein Minimum, 8–12 Wochen ideal. Verschlossen, dunkel, bei 15–18 °C. Nach der Reifung Kühlfiltration: das Parfum 24 Stunden in den Kühlschrank, dann durch einen Faltenfilter geben, um Trübstoffe zu entfernen.

Sicherheit und Allergene

Hohe Konzentration heißt: höhere Wahrscheinlichkeit für Hautreaktionen. Vor dem Tragen Patch-Test in der Armbeuge machen, 24 Stunden beobachten. Beachte IFRA-Höchstmengen für sensible Stoffe (Eichenmoos, Zimtaldehyd, einige ätherische Öle) – seriöse Shops geben die Grenzwerte an. Selbstgemachtes Parfum nicht in geschlossenen Räumen ohne Belüftung mischen.

Abkürzung: fertige Extrait-Rezeptur als PDF

Unsere Rezepturen sind standardmäßig als Extrait de Parfum kalkuliert (ca. 30 % Duftöl). Du bekommst Mengen, Phasen, Reifezeiten und Bezugsquellen – die Formel ist sofort umsetzbar.