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Duftpyramide verstehen

Kopf, Herz, Basis – das Gerüst jeder Parfumkomposition. Was in jede Schicht gehört, wie sie zusammenspielen und wie Du Deine eigene Pyramide baust.

Die Duftpyramide ist das wichtigste Werkzeug der Parfümerie. Sie ordnet alle Bestandteile nach ihrer Flüchtigkeit – wie schnell sie verdunsten. Genau diese Reihenfolge erlebt Deine Nase, wenn der Duft sich auf der Haut entwickelt.

Was ist die Duftpyramide?

Ein Parfum ist nie statisch. In den ersten Minuten dominieren die leichtesten Moleküle, nach einer Stunde der Kern, nach Stunden das, was am längsten haftet. Die Pyramide bildet diese drei Phasen ab: oben die schnellen Kopfnoten, in der Mitte das Herz, unten das stabile Fundament der Basis.

Die drei Noten im Detail

Kopfnote – der erste Eindruck

Kleine, flüchtige Moleküle. Du riechst sie sofort nach dem Aufsprühen und in den ersten 15 Minuten bis 2 Stunden. Sie sind der „Türöffner" eines Parfums – entscheidend für den ersten Eindruck, aber nie der Charakter selbst.

Typische Kopfnoten: Bergamotte, Zitrone, Mandarine, Grapefruit, Pampelmuse, rosa Pfeffer, Cardamom, Basilikum, Minze, Lavendel, frische Grünnoten (z. B. Galbanum, Petitgrain), Aldehyde.

Herznote – der Charakter

Mittelschwere Moleküle. Sie tragen das Parfum für mehrere Stunden und definieren seinen Charakter. Wenn Du jemandem nach einer halben Stunde an die Haut gehst, riechst Du die Herznote.

Typische Herznoten: Rose, Jasmin, Tuberose, Ylang-Ylang, Iris, Veilchen, Geranie, Maiglöckchen, Pfingstrose, Zimt, Nelke, Muskat, Pfirsich, Pflaume.

Basisnote – die Tiefe

Schwere, langsam verdunstende Moleküle. Sie kleben stunden- bis tagelang auf Haut und Stoff. Die Basis ist das Fundament – ohne sie zerfällt jedes Parfum.

Typische Basisnoten: Sandelholz, Zedernholz, Vetiver, Patchouli, Oud, Vanille, Tonkabohne, Benzoe, Labdanum, Ambroxan, Iso E Super, weißer Moschus, Eichenmoos.

Wie die Noten zusammenspielen

Die Übergänge sind fließend. Eine gute Komposition hat keine harten Schnitte zwischen Kopf, Herz und Basis – sie modelliert einen Bogen. Das gelingt durch „Brücken": Noten, die in mehrere Phasen wirken. Iris zum Beispiel hat Anteile im Herz wie in der Basis; Lavendel kann je nach Dosierung als Kopf- oder Herznote auftreten.

Eine eigene Duftpyramide zusammenstellen

Beispielkombinationen für Einsteiger

  • Frisch-grün: Kopf Bergamotte + Petitgrain · Herz Geranie + Maiglöckchen · Basis Zedernholz + weißer Moschus.
  • Warm-gewürzt: Kopf rosa Pfeffer + Cardamom · Herz Rose + Zimt · Basis Sandelholz + Tonkabohne.
  • Sinnlich-orientalisch: Kopf Mandarine + Safran · Herz Jasmin + Damaszener Rose · Basis Oud-Akkord + Labdanum + Vanille.
  • Klar-holzig (unisex): Kopf Bergamotte + Wacholderbeere · Herz Iris + Lavendel · Basis Vetiver + Ambroxan.

Von der Pyramide zur fertigen Rezeptur

Eine Pyramide ist noch keine Formel. Du brauchst zusätzlich Mengenverhältnisse (siehe Mengenangaben-Artikel), Mischreihenfolge, Mazerationszeit und Bezugsquellen. Erst wenn diese vier Dinge dokumentiert sind, lässt sich ein Duft reproduzieren.

Direkt zur Formel: Beschreibe Deinen Wunschduft – Du bekommst Pyramide, Mengen, Anleitung und Bezugsquellen als PDF. Zur Duftkreation →