DUFTREZEPTUR

Magazin · Sicherheit

IFRA und Duftstoffallergene

Was IFRA-Grenzwerte sind, was das EU-Recht verlangt, was sich 2026 bei der Allergenkennzeichnung geändert hat und was das für dich bedeutet.

Aktualisiert am

Parfum liegt auf der Haut, und Haut reagiert unterschiedlich. Deshalb gibt es Regeln, wie viel von welchem Riechstoff in ein Parfum darf und was auf der Verpackung stehen muss. Dieser Artikel sortiert die zwei wichtigsten Regelwerke und erklärt die Neuerung von 2026.

Zwei Regelwerke, die oft verwechselt werden

IFRA-StandardsEU-Kosmetikverordnung
WerInternationaler Branchenverband der DuftstoffindustrieEuropäischer Gesetzgeber
Verbindlich?Selbstverpflichtung der Mitglieder, in der Praxis breit angewendetJa, geltendes Recht in der EU
WofürHöchstmengen einzelner Riechstoffe je Produktkategorie, auf Basis von SicherheitsbewertungenVerbotene und beschränkte Stoffe, Kennzeichnung, Sicherheitsbewertung, Meldepflicht
BeispielBegrenzung von Eichenmoos oder Zimtaldehyd in ParfumAllergene müssen ab bestimmten Konzentrationen auf der Verpackung stehen

Für Parfum zum Auftragen auf die Haut gilt bei der IFRA die Kategorie der Feinparfümerie. Die Grenzwerte sind keine Geschmacksfrage: Sie sollen verhindern, dass Menschen auf einen Stoff sensibilisiert werden.

Duftstoffallergene: was auf die Verpackung muss

Einige Riechstoffe können Kontaktallergien auslösen. Die EU verlangt deshalb, sie einzeln auf der Verpackung zu nennen, sobald sie eine bestimmte Konzentration überschreiten: ab 0,001 % in Produkten, die auf der Haut bleiben (wie Parfum), und ab 0,01 % in Produkten, die abgespült werden. Diese Schwellen gelten auch für Allergene, die natürlich in ätherischen Ölen stecken.

  • Linalool findest du in Lavendel und vielen Blütendüften.
  • Limonen in praktisch allen Zitrusölen.
  • Geraniol in Geranie und Rose.
  • Eugenol in Nelke und Zimtblatt.
  • Cumarin in Tonka und Lavendel.

Was sich 2026 geändert hat

Die Verordnung (EU) 2023/1545 hat die Liste der einzeln zu kennzeichnenden Duftstoffallergene deutlich erweitert, von bisher 26 auf rund 80 Stoffe und Stoffgruppen. Für neue Produkte gilt das seit Ende Juli 2026. Für Produkte, die bereits im Handel sind, gilt eine Übergangsfrist bis Ende Juli 2028. Für Hersteller heißt das: Rezepturen und Etiketten müssen gegen die neue Liste geprüft werden.

Was das fürs Selbermischen bedeutet

  • Eigengebrauch: Für Parfum, das du nur selbst verwendest, gibt es keine Kennzeichnungspflicht. Trotzdem sind die Höchstmengen sinnvoll, denn deine Haut kennt keine Ausnahme.
  • Sicherheitsdatenblätter lesen: Seriöse Händler nennen für Riechstoffe empfohlene Höchstmengen und Hinweise. Mehr zur Auswahl in Riechstoffe kaufen.
  • Patch-Test: Trage eine kleine Menge in der Armbeuge auf und beobachte 24 Stunden, bevor du ein neues Parfum verwendest.
  • Weitergeben oder verkaufen: Dann gilt das Parfum als Kosmetikprodukt. Nötig sind unter anderem eine Sicherheitsbewertung durch eine qualifizierte Person, die Meldung im EU-Kosmetikportal CPNP durch eine verantwortliche Person in der EU und die Allergenkennzeichnung auf der Verpackung.

Wie du aus einer Rezeptur die Mengen berechnest, steht in Parfum selbst mischen.

Wie Duftrezeptur damit umgeht

Die Duft Engine prüft jede Rezeptur als eigenen Schritt auf die IFRA-Grenzwerte und die EU-Vorschriften für Duftstoffe, und ein Sicherheitsbewerter prüft die Engine darauf. Erst danach wird der Duft berechnet und von Hand angemischt. Wie die Engine arbeitet, beschreibt Parfum mit KI komponieren.

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Bei Duftrezeptur prüft die Duft Engine jede Rezeptur als eigenen Schritt auf die IFRA-Grenzwerte und die EU-Vorschriften für Duftstoffe, und ein Sicherheitsbewerter prüft die Engine darauf. Erst danach wird der Duft berechnet und von Hand angemischt.

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Häufige Fragen

Ist IFRA ein Gesetz?

Nein. Die IFRA ist der internationale Branchenverband der Duftstoffindustrie. Ihre Standards sind eine Selbstverpflichtung der Mitglieder und beschränken Einsatzmengen bestimmter Stoffe je Produktkategorie. Rechtlich verbindlich ist in der EU die Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 mit ihren Anhängen.

Was sind Duftstoffallergene?

Riechstoffe, die bei empfindlichen Menschen Kontaktallergien auslösen können. Viele kommen auch in natürlichen Ölen vor, zum Beispiel Linalool in Lavendel, Limonen in Zitrusölen oder Geraniol in Geranie. In der EU müssen sie ab bestimmten Konzentrationen auf der Verpackung stehen.

Was hat sich 2026 bei der Allergenkennzeichnung geändert?

Die Verordnung (EU) 2023/1545 erweitert die Liste der einzeln zu kennzeichnenden Duftstoffallergene von bisher 26 auf rund 80 Stoffe und Stoffgruppen. Für neue Produkte gilt das seit Ende Juli 2026, für Produkte, die bereits im Handel sind, läuft eine Übergangsfrist bis Ende Juli 2028.

Muss ich als Selbstmischer Allergene kennzeichnen?

Für Parfum, das du nur selbst verwendest, gilt keine Kennzeichnungspflicht. Sobald du es verkaufst oder weitergibst, ist es ein Kosmetikprodukt mit allen Pflichten, einschließlich Sicherheitsbewertung und Meldung im EU-Kosmetikportal.

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